Grabstein
Mancher Grabstein nennt nur Namen und Daten, der nächste erzählt von einem großen Lebensbogen oder von einer kurzen ereignisvollen Stichflamme an Lebensenergie. Kleine und große Geister, die Lebensspuren der Verstorbenen, das Innehalten der Zurückgebliebenen … sie alle versammelt der Grabstein um sich. Menschliches Leben, zum Kunstwerk gekrönt.
Der Grabstein im Wandel der Zeiten
Vor vielen antiken Städten finden sich Gräberstraßen mit Grabsteinen oder kleinen Monumenten. Die Christen übernehmen die römische Sitte und verbinden sie mit der Überführung von Überresten christlicher Märtyrer in Kirchengebäude. Bald bestattet man auch Adlige oder verdiente Bürger unter Kirchen, Kapellen oder Kreuzgängen. Die überirdischen Grabplatten werden – aus Platzmangel – später an Wänden und Pfeilern aufgerichtet. „Einfache“ Christen bestattet man schließlich auf dem angrenzenden Kirchhof, den Grabstein befestigt man nun von außen an den Kirchenmauern.
Und immer dient der Grabstein zum Totengedenken sowie zur Kennzeichnung einer Grabstelle. Heute gilt meist: Ein Grab, ein Grabstein; ausgeführt als geformter und behauener, oft beschrifteter massiver Naturstein; auf Friedhöfen am Kopfende freistehend aufgestellt. Die Grundformen:
- Grabstein als Breitstein (meist für Doppelgrabstellen): Breite ab 1,20 m, Höhe ab 1,00 m
- GRabstein als Reihenstein (meist für Einzelgrabstellen): Breite ca. 0,80 m, Höhe ab 0,80 m
- Stele (meist für Einzelgrabstellen): Menschenkörperhaft aufrecht gestellt
- Urnenstein (Einzelgrabstelle oder Sammelgräber): Quaderförmig, Höhe meist unter 0,60 m
- Kissen- oder Liegestein (meist für Einzelgrabstellen): Der Grabstein ist Rechteckig bis quadratisch, Grundfläche ca. 0,50 x 0,50 m, Höhe 0,15 bis 0,20 m
- Freie Entwürfe auf sog. Gestaltungsfeldern, frei nach den Vorstellungen der Hinterbliebenen
Der christliche Grabstein nennt Namen sowie Geburts- und Todesdatum. Hinzu kommt biblische Ornamentik sowie Bibel- oder Sinnsprüche. Mancherorts sind auch Portraits (Emaille-Plaketten) üblich. Die kommunalen oder kirchlichen Friedhofsordnungen regeln die Einzelheiten wie Farben, Oberflächen oder Beschriftung. Ziel ist immer ein ansprechendes Gesamtbild der Friedhofsanlage.
Ein geschützter Raum für Trauer und Gedenken
Sammelgräber beherbergen zahlreiche Verstorbene; in Friedwäldern dürfen zudem keine persönlichen Utensilien abgestellt werden, selbst Blumen sind nach der Bestattung sofort wieder zu entfernen. Ein Grabstein hingegen, gefertigt aus Naturstein von Meisterhand, schafft einen geschützten Raum für Trauer und Gedenken. Blumen, Kerzen und andere persönliche Gegenstände sind der einen geliebten Person zugedacht und dürfen für lange Zeit am Grab verbleiben. Besuchen Sie unsere Werkstätten – einfühlsam begleiten wir Ihren Traueranlass mit der Poesie des Steins und mit unserer ganzen handwerklichen Kunst.
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