Allerheiligen – Seelenlichter für die Verstorbenen

Am 01. November eines jeden Jahres wird das christliche Fest „Allerheiligen“ gefeiert. Jedoch wissen die meisten Menschen gar nicht (mehr), was es mit diesem Gedenktag auf sich hat, warum er überhaupt gefeiert wird und wieso gerade an diesem Tag viele Gräber auf den Friedhöfen besonders geschmückt und beleuchtet werden.

Was wird an Allerheiligen gefeiert?

Allerheiligen ist ein „Hochfest“ der christlichen Kirche, d.h. neben Weihnachten, Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten einer der wichtigsten Höhepunkte eines Kirchenjahrs. An diesem Tag wird „aller Heiligen“ gedacht. Es handelt sich also um einen Gedenktag aller Menschen, die

  • irgendwann einmal heiliggesprochen wurden oder
  • als Heilige infrage kommen könnten.

Da unsere 365 Tage im Kalenderjahr bei dieser allumfassenden Charakterisierung aber nicht einmal für einen Bruchteil der vielen Heiligen ausreichen würden, brauchte es einen „Sammelgedenktag“. Denn: Jeder Christ, jede Christin kann im Grunde heiliggesprochen werden, vorausgesetzt er oder sie hält sich im Laufe des Lebens an einen „vorbildlichen christlichen Lebenswandel“. Vor diesem Hintergrund wurde bereits im 4. Jahrhundert das Allerheiligen-Fest eingeführt.

Bedeutung von Allerheiligen

Bedeutung von Allerheiligen

Wann wird Allerheiligen gefeiert?

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass Allerheiligen lediglich in der katholischen Kirche als Feiertag gilt. In der evangelischen Kirche wird zwar am Totensonntag der Toten gedacht, doch eine Heiligenverehrung kennen evangelisch Gläubige nicht.

Auch die Annahme, dass Allerheiligen jedes Jahr am 01. November gefeiert wird, ist zwar weit verbreitet – und auch überwiegend richtig – jedoch nicht 100%ig korrekt. Vielmehr ist es so, dass die Westkirche, also die lateinische oder römische Kirche innerhalb der römisch-katholischen Kirche, Allerheiligen am 01. November feiert. Die orthodoxe „Ostkirche“ begeht diesen Feiertag jedoch, wie einst zu Ursprungszeiten im 4. Jahrhundert eingeführt, am Sonntag nach Pfingsten, um den Zusammenhang zum „Auferstehungsfest“ Ostern aufrecht zu erhalten.

Allerheiligen als gesetzlicher Feiertag?

In einigen Bundesländern, nämlich den katholisch geprägten, ist Allerheiligen tatsächlich ein gesetzlicher Feiertag. Das bedeutet:

  • im Saarland,
  • in Rheinland-Pfalz,
  • in Nordrhein-Westfalen,
  • in Baden-Württemberg und
  • in Bayern

ist an diesem Tage arbeitsfrei.

Allerheiligen und Allerseelen – wo liegt der Unterschied?

Häufig wird die Bezeichnung „Allerseelen“ in engem Zusammenhang mit Allerheiligen genannt und teilweise sogar „in einen Topf geworfen“. Es handelt sich jedoch um zwei unterschiedliche Gedenktage. Allerdings hängen sie von ihrer Bedeutung her eng zusammen.
Das Fest der Allerseelen wird am 02. November, also am Tag nach Allerheiligen begangen. Im Jahr 998 von Abt Odilo von Cluny ausgerufen, wurden zunächst nur die Verstorbenen innerhalb der ihm unterstellten Klöster geehrt. Diese Ehrung wurde später ausgeweitet und heute betet man an diesem Feiertag innerhalb der katholischen Kirche für die Seelen ALLER Verstorbenen, spricht Fürbitten, segnet und schmückt die Gräber auf den Friedhöfen. Das Ziel dieser Riten und Bräuche ist es, den Toten dabei zu helfen, ihre ewige Ruhe zu finden.

Allerheiligen und Allerseelen auf (katholischen) Friedhöfen

Allerheiligen und Allerseelen hängen von ihrer Symbolik her eng mit dem Tod zusammen. So gehört es nicht nur zu diesen Festen dazu, einen festlichen Gottesdienst mit feierlicher Liturgie zu begehen, sondern auch die Gräber der Verstorbenen besonders zu schmücken. Die Tatsache, dass Allerheiligen und Allerseelen (fälschlicherweise!) mittlerweile zu einer Art Doppelfest verschmolzen sind und immer mehr zum reinen Totengedenktag werden, liegt in erster Linie wohl daran, dass Allerheiligen als gesetzlicher Feiertag gilt, Allerseelen hingegen nicht. Die meisten Menschen haben demnach lediglich an Allerheiligen frei und somit nur an diesem Tag die Zeit und Muße, auf den Friedhof zu gehen und die Gräber zu schmücken.

Grüne Allerheiligengestecke, Seelenlichter und feierliche Prozessionen

Am Abend des 01. und 02. November sind viele katholische Friedhöfe in ein wahres Lichtermeer getaucht. Diese sog. „Seelenlichter“ werden auf das Grab gestellt und haben unterschiedliche Bedeutungen:

  • Sie symbolisieren die Seelen der Verstorbenen bzw. das ewige Licht, welches für die Toten leuchten und ihnen den Weg zum Ruheplatz ihres Körpers weisen soll.
  • Sie dienen dazu, die Seelen der Verstorbenen zu wärmen und eine Schranke zwischen den Lebenden und den Toten zu erhalten.
  • Sie haben zur Aufgabe, böse Geister zu vertreiben und von den Gräbern fernzuhalten. (Früher war der Aberglaube weit verbreitet, dass in der Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen böse Geister und schreckliche Dämonen ihr Unwesen treiben. Deshalb fürchteten sich die Menschen gerade in dieser Nacht besonders davor, nach draußen und/oder auf einen Friedhof zu gehen. Die Seelenlichter galten/gelten als Schutz.)

Übrigens: Die Woche vom 01. bis 08. November wird auch als „Seelenwoche“ bezeichnet. Diese Bezeichnung geht auf die Annahme zurück, dass in dieser Woche die „armen Seelen“, die Seelen der Verstorbenen, anwesend sind.

Neben dem Aufstellen der Seelenlichter ist es ebenfalls Brauch, die Gräber am Allerseelenfest mit immergrünen Zweigen zu schmücken. Einerseits ist das schlichtweg praktisch, da der Winter zu diesem Zeitpunkt langsam hereinbricht und viele Blumengestecke und Gewächse einfach erfrieren würden. Deshalb kommt man gar nicht umhin, eine der Jahreszeit entsprechende Bepflanzung zu wählen. Andererseits symbolisiert die Farbe Grün Hoffnung auf Auferstehung und immergrüne Pflanzen wie z.B. Efeu stehen für ewige Treue.
Grabbesuche, Seelenlichter und immergrüner Grabschmuck sind um Allerseelen herum auf katholischen Friedhöfen im Prinzip ein „Muss“. Weiterhin gibt es einige Brauchtümer, die von Region zu Region unterschiedlich sind. Neben feierlichen Prozessionen durch die Friedhofsreihen, bei denen ein Priester die Gräber segnet, gibt es mancherorts auch Armenspeisungen, Spendensammlungen und besondere Andachten. Ebenfalls gilt in manchen streng katholischen Regionen ein „Tanzverbot“, da das Tanzen und Feiern dem Charakter dieses „stillen Gedenktages“ widersprechen würde. Demzufolge haben einige Clubs und Diskotheken in der Nacht zum 01. November geschlossen.

Kurz Natursteine

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