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Aktuelles zur IGEP-Zertifizierung

IGEP Info

Zertifizierung von Unternehmen  mit Natursteinen aus
Indien “OHNE KINDERARBEIT” voll im Gange

igep-zertifikatDie immer wieder auftauchende Behauptung, dass die Naturstein-produktion in  Indien mit Kinderarbeit verbunden ist, wird heute überzeugend widerlegt. Möglich ist dies durch die Zusammenarbeit von

  • Mitgliedsfirmen der deutschen “Interessengemeinschaft indische, afrikanische und lateinamerikanische Granite” und der
  • “Indian Monument Manufacturers Association (IMMA)”

Beide Unternehmensgruppen haben sich freiwillig zusammengeschlossen, um in Steinbrüchen und Verarbeitungsbetrieben neutrale und unabhängige Kontrollen durchführen zu lassen. Diese Kontrollen erfolgen unangemeldet.

Für Ihre Durchführung konnte die IGEP Foundation India gewonnen werden. Diese Stiftung gründete bereits im Jahr 1994 die Rugmark Foundation India zur überwachung der Herstellung und des Exports von handgefertigten Teppichen In Indien. Rugmark-Teppiche sind heute ein Begriff für Produktion ohne Kinderarbeit und die Einhaltung sozialer Mindeststandards.

In ähnlicher Weise wie bei Teppichen werden von der IGEP Foundation mittlerweile auch für führende Verbände, Hersteller und Einkäufer Produktionen in Bereichen wie Textil/Bekleidung, Schuhe und edererzeugnisse, Schmuck, Geschenkartikel u.a. kontrolliert. Im Vordergrund stehen dabei der Ausschluss von Kinderarbeit sowie die Einhaltung national und international gültiger Normen und Vereinbarungen im Sozial- und Umweltschutzbereich.

Mit Hilfe der Hersteller, Exporteure und vor allem der deutschen Käufer werden die überwachungsarbeiten und Massnahmen zur Verbesserung der Situation in den vorwiegend ländlichen Gebieten finanziert. Die Hersteller und Exporteure zahlen dafür einen Betrag von 0.25% des Ausfuhrwertes. Die Käufer steuern 0.75% bei.

Die Uberwachungsarbeiten laufen seit Sommer 2008. Erste Sozialprojekte sind in Vorbereitung. Dabei geht es im wesentlichen um Ausbildungsmassnahmen und Gesundheitsfürsorge. Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, haben IGEP und Rugmark Foundation eine Zusammenarbeit vereinbart. Gut ausgebildete Inspektoren, die bisher Teppich- und Textilunternehmen im Visier hatten, decken nun auch Steinbrüche und Verabeitungsunternehmen ab. Eine Senkung der Beiträge ist vorgesehen, sobald der Umfang der Inspektionen dies erlaubt.

“In den indischen Granitsteinbrüchen, die wir inspiziert haben und fortlaufend überprüfen, gibt es keine Kinderarbeit,” sagt Dr. Dietrich Kebschull. Er ist Vorsitzender der IGEP Foundation und Gründer von Rugmark. Die ersten Inspektionen führt er prinzipiell selbst durch. “Es ist beeindruckend, wie die beteiligten Firmen soziale Verantwortung übernehmen,” sagt er.”Sie reden nicht, sondern sie handeln. Das ist beispielhaft.”

Tatsächlich hat dier Interessengemeinschaft indische, südafrikanische und und lateinamerikanische Granite inzwischen eine Vorbildfunktion.Statt negative Schlagzeilen zu produzieren, betreiben Ihre Mitgleder erfolgreich positive Imagebildung für den gesamten Natursteinbereich. In kurzer Zeit konnte bereits die Lieferanten von sieben deutschen Unternehmen geprüft und zertifiziert werden. Weitere stehen schon auf der Liste. Die Kontrollen werden auch bei zertifizierten Unternehmen kontinuierlich fortgesetzt.

Regionale Schwerpunkte sind zur Zeit die südlichen indischen Bundestaaten Tamil Nadu, Karnataka und Andra Pradesh. Aber auch die Schiefer-, Marmor- und Sandsteingebiete in den nördlichen Bundestaaten Rajastan und Himachal Pradesh stehen inzwischen auf dem Programm. Hinzugekommen sind ausserdem auch Bihar und Jarkhand. In all diesen Staaten wird durch deutsche und indische Unternehmen echte “Hilfe durch Handel” geleistet.

Viele indischen Lieferanten sind voll engagiert. Einige von ihnen haben bereits eigene Schulen eingerichtet, die zum Teil schon von deutschen Käufern unterstützt werden. Die Privatwirtschaft wartet hier nicht auf den Staat, sondern ist selbst aktiv und setzt Zeichen.

Indien ist bemüht, sich positiv von anderen Eportländern abzuheben. Die Zusammenarbeit von Interessengemeinschaft, IMMA und IGEP im Natursteinbereich gibt dafür ausgezeichnete Möglichkeiten.


Positive PR und Kooperation mit den Unternehmen

  1. In der Zusammenarbeit mit den Medien und der breiten Öffentlichkeit geht es uns darum, die Botschaft zu verbreiten, dass wir voll und ganz gegen Kinderarbeitund gegen jede Art von Ausbeutung sind. Nach indischem Recht sind Kinder als Personen unter 14 Jahren definiert. Da in Indien die Schule mit dem Alter von 5 Jahren beginnt - sind die Kinder nach 8 Jahren Minimumschulzeit- also mit gut 13 Jahre – mit der Schule fertig. Dann treten sie üblicherweise als Anlernlinge oder Hilfskräfte ins Berufsleben ein.

  2. Wir sind der Meinung, dass Zusammenarbeit nur erfolgreich sein kann, wenn wir mit den Unternehmen überall vertrauensvoll und ehrlich zusammenarbeiten. Dies bedeutet, dass man Unternehmer nicht verteufelt oder an den Pranger stellt. Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade indische Unternehmer sehr grossen Wert darauf legen, in der Gesellschaft anerkannt zu werden und ein positives Image zu haben. Dies gilt für den Bereich der Familie und der Gemeinde ebenso wie in grösserem Rahmen (in Verbänden, in der Politik). Niemand möchte als „schlechter Mensch“ gelten. In Industrien wie Teppichherstellung, Textil/Bekleidung, Geschenkartikel/Kunstgewerbe, Leder, etc. haben wir immer wieder Fälle gehabt, wo Unternehmer – grösstenteils, weil es immer so war – Kinder beschäftigten. Wenn wir sie darauf ansprachen, dass dies nicht erlaubt sei und dass wir dafür sorgen würden, dass Kinder zur Schule gehen können, stiessen wir auf offene Ohren. Insbesondere dann, wenn wir sagten, dass wir bekannt machen würden, dass diese Unternehmen ohne Kinder arbeiten und dies auch als Argument im Marketing für die Firmen anwenden würden. In zahlreichen Fällen führen Unternehmen dann sogar eigene Kontrollen durch und engagieren sich finanziell für die Kinder (z.B. durch eigene Schulen, Ausbildung und Beschäftigung der Eltern)

  3. Den Umstand, dass jeder gern einen positiven Leumund hat, nutzen wir auch bei der gesamten Öffentlichkeitsarbeit. Statt Horrorgeschichten zu verbreiten, setzen wir auf erfreuliche, gute Botschaften. Uns geht es nicht darum mit übertriebenen Berichten über Quälerei und Ausbeutung zu berichten (und damit Spenden zu mobilisieren), sondern darum, an Beispielen zu zeigen, dass man gemeinsam etwas tun kann, um auch in armen Ländern die Aussichten und Möglichkeiten für Kinder zu verbessern. Wenn Kinder, die nie gespielt haben, Erfolge im Sport haben, verbreiten wir das. Gleiches gilt für Erfolge in der Schule und Ausbildung. Wir haben bei Rugmark jetzt Schüler, die zur Universitatet oder zum College gehen. Diejenigen, die einen handwerklichen Beruf ergriffen haben und schon Geld verdienen, geben heute freiwillig kleine Beträge für ihr Kinderheim, in dem sie aufgewachsen sind. In unserem Newsletter berichten wir regelmässig darüber.

  4. In ähnlicher Form wollen wir auch bei Natursteinen vorgehen. Es geht nicht darum, Geschichten zu erfinden, um Geld zu sammeln, sondern um die Darstellung der Arbeit von Unternehmern, die etwas zum Guten verändern wollen. Deshalb haben wir im Februar ein Treffen mit den ausländischen – vor allem deutschen –Journalisten und Medienvertretern in Delhi. Sie werden wir über die positive Seite und unseren gemeinsamen Ansatz mit der INTERESSENGEMEINSCHAFT UND IMMA informieren. Wir haben genügend Material, um überzeugend zu belegen, dass Granitblöcke weder von Kindern gebrochen werden können noch weiterbearbeitet werden. Eine grosse Bohrmaschine von rd 70 kg Gewicht können Kinder nicht einmal halten. Die Verbreitung von anklagenden Geschichten lässt sich durch einfache Logik widerlegen. In ähnlicher Weise werden wir auch die indischen Medien und Journalisten informieren. Dies erfolgt – wie immer in der Öffentlichkeitsarbeit – regelmässig. Denn ein böswillig ruiniertes Image lässt sich nicht mit en paar Artikeln oder einem Film korrigieren. Dazu bedarf es vielfältiger und ausdauernder Arbeit.

  5. Am Mittwoch, dem 28.Januar, werden wir dieses Vorgehen mit dem Rugmarg-Leitungsgremium abstimmen und Frau Maneka Gandhi mit einbinden. Sie verfügt über sehr gute Beziehungen zur indischen Politik und Wirtschaft in Indien sowie im internationalen Bereich. Dabei werden wir besonderen Wert auf die bearbeitung des deutschsprachigen Raums legen und versuchen, auch Kirchen und Gewerkschaften sowie Politiker (als Multiplikatoren) einzubeziehen.

  6. Uns geht es um glaubhafte Darstellung, Imagekorrekturen und Verbesserung der wirtschaftlichen Basis. Denn soziale Massnahmen kann man dauerhaft nur durchsetzen, wenn sie auf einer stabilen Grundlage stehen. Mit der Zertifizierung bei Natursteinen soll deshalb auch dazu beigetragen werden, dass sich das Geschäft in diesen schwierigen Zeiten günstig entwickelt. Die Zertifizierung ist ein Markenzeichen dafür sein, dass wir etwas Positives tun. Sie wird dementsprechend vermarktet.

 


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